Mai 2005 unsere Reise gen Sri Lanka,

bis dato ohne Bedenken, da im Internet und allen Informationsstellen - zu dieser Zeit, nur positive Berichte über den Wiederaufbau zu finden waren. Also machen wir uns guten Gewissens und voller Vorfreude auf den langen Weg - sieben Stunden Zug, 9 1/2 Stunden Flug und dann, auf singhalesischem Boden sechs Stunden Busfahrt zu unserem Hotel. Wir sind wahnsinnig gespannt auf die ersten Eindrücke und drücken uns die Nasen an der Scheibe platt. Doch die letzte Stunde Fahrt lässt unsere Urlaubsstimmung schnell schwinden. Sprachlos, schockiert, traurig darüber, wie wir sechs Monate nach dem Unglück die Spuren des Tsunami vor Augen haben - Menschen ohne Dach über dem Kopf, Grundplatten, Zelte, Friedhöfe, Elend. Und trotz allem auf jedem dunklen Gesicht, ob jung, alt, Frau, Mann, Kind ein Lächeln. Und wir stellen uns fassungslos die Frage, ob wir wirklich die richtige Entscheidung getroffen haben. Mit jedem Kilometer wächst der Kloß im Hals, den Frauen rinnen Tränen übers Gesicht, die Männer sind (ausnahmsweise) völlig sprachlos. Das Hotel wird für uns zur Zuflucht - die Augen schließen, verarbeiten, reden. Draußen tost das Meer, und trotz der unbeschreiblich schönen Natur wirkt es beängstigend; man lauscht und versucht, sich die Katastrophe, die noch vor wenigen Monaten hier erbarmungslos zuschlug vorzustellen. Und auch wenn man dies wohl nicht mal im Entferntesten kann, nehmen die Bilder in unseren Köpfen so furchtbare Züge an, dass wir wenigstens für die erste Nacht verdrängen wollen. Doch manche holt die Realität auch in den Träumen ein.

Am nächsten Morgen begrüßt uns Sri Lanka von der sonnigen Seite, doch die Eindrücke des Vortages sitzen tief. Wir haben das Bedürfnis etwas zu tun, zu helfen, zu informieren - irgendwas, um unserer eigenen Hilflosigkeit angesichts dieser Zerstörung Herr zu werden. Und so entsteht die Idee zu einer Internetseite; denn um selbst effektiv finanziell zu helfen, fehlen uns die Mittel. Doch wir hoffen, mit diesem Forum einen kleinen Beitrag leisten zu können, dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät, denn die Menschen dieses Landes werden noch ein Leben lang an den Folgen zu tragen haben. Und wir, jeder Einzelne, können helfen, denn so pauschalisiert es auch klingen mag: für einen Euro kann man als Einheimischer (als Gast natürlich nicht ganz ;-)) mit seiner Familie satt werden - und das ziemlich lecker!

 

Unbegreiflich wahre Begebenheiten aus den Mündern der Betroffenen

Zahlreiche Einheimische erzählten uns immer wieder dieselbe unbegreifliche Geschichte: Am Tag des 26. Dezember 2004, ein offizieller Feiertag in Sri Lanka, ging Stunden vor dem Unglück eine Warnung in Colombo ein, die allerdings nie die breite Bevölkerung erreichte. So wurden Männer, Frauen und Kinder überraschend Zeuge eines scheinbar faszinierenden Naturschauspiels, als sich das Meer um etwa 1,5 km von der Küste zurückzog. Dankbar für die Vielzahl an Fischen, die auf dem Trockenen zappelten, liefen die Menschen praktisch der Welle entgegen. Den Rest kennen wir aus zahlreichen Fernseh- und Zeitungsberichten...

Das Ergebnis von Ausflügen mit der Kamera, Hand- und Fußverständigung mit den Hinterbliebenen und Hintergrundinfos Einheimischer. Unser Ziel ist es zu berichten, die Vergangenheit am Leben zu erhalten, also BITTE, nehmt Euch die Zeit.

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Entlang der Südwestküste führt die wichtigste Zugverbindung des Landes. 1.000 Menschen starben ca. 1km vor Hikkaduwa

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Diese arme Großmutter verlor unmittelbar neben dem Zugunglück alles was Ihr lieb war. Ihren Ehemann, Ihre Tochter mit Schwiegersohn & die süßen kleinen 3 Enkelkinder. (siehe Foto mitte unten) Von dem Haus blieben nur ein paar Mauern stehen.

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Auf dem Weg nach Hikkaduwa sehen wir welche Zerstörungskraft eine 30 Meter hohe Welle entwickeln kann. Zwei bis drei Kilometer ins Land zerstört die Tsunamiwelle was sich ihr in den Weg stellte. Die einstige Touristenhochburg vermisst außer Ihren Häusern auch die vielen Touries. Sie freuen sich über unseren Besuch und hoffen, dass uns wieder viele folgen werden.

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links: Die Einheimischen danken Buda, dass er bei all Ihrem Unglück wenigstens Ihre Tempel bewahrte - ihre allzeit notwendige Zufluchtsstätte.

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Ajith unser TukTuk-Fahrer zeigt uns die Darmarama Schule seines Sohnes in Ahangama (Galle distict). Zum Glück war der 26.12.2004 ein Feiertag, denn fast nichts ist dort in Ordnung. Leider brühen den Kindern die Köpfe unter den heißen Wellblechdächern der spartanisch errichteten neuen Schule.

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Die Zeltstädte zur Monsunzeit im Galle district. Was wird sie wohl erwarten...
 
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Überall nur Bodenplatten und zerstörte Häuser, wir bangen um die Betroffenen.
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